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Kampf gegen die Franzosen - das Ägerital wird Kriegsschauplatz

1798 - 1799

Im Frühjahr 1798 marschierten französische Revolutionsheere in die Eidgenossenschaft ein und lösten die Helvetische Revolution aus, in der binnen weniger Wochen die alte Ordnung zusammenbrach. Die Zuger wollten sich der neuen Ordnung nicht ohne weiteres fügen und entschlossen sich zum Widerstand, verloren aber bei Hägglingen AG gegen die Franzosen. Ende April war fast der ganze Kanton Zug besetzt. Einzig bei Sankt Jost am Pilgerweg nach Einsiedeln, bei Morgarten und bei Rothenthurm leisteten Innerschweizer unter Zuzug von Ägerern und Menzingern hinhaltenden und für kurze Zeit sogar erfolgreichen Widerstand.

Vor allem aber war das Tal nun von einem fremden Heer besetzt, welches sich aus dem Land ernährte. Besonders gross wurde das Elend, als 1799 die Front zwischen den Franzosen und Österreichern während Monaten quer durch das Ägerital verlief. Beidseits belasteten die Besatzer die Bevölkerung mit Einquartierungen, Requisitionen, Fuhrleistungen und Frondiensten. Sie bedienten sich im Lande und drohten bei fehlender Willfährigkeit mit Gewalt und wendeten solche willkürlich an.

Im August war wiederum Sankt Jost Schauplatz von Kämpfen bei denen die Franzosen die Österreicher zurückdrängen konnten. Auf der ganzen Strecke von Sankt Jost bis zur Schwyzergrenze sollen Getötete den Weg bedeckt haben. Die Leichen wurden kurz nach dem Gefecht geplündert und ihrer Uniform beraubt, blieben noch einige Tage liegen und wurden dann auf Veranlassung der Oberägerer Gemeindeverwaltung eilends begraben. Die Österreicher sollen in einem Massengrab beim Zigerhüttli beerdigt worden sein. Ein Wäldchen in der Nähe ist Ende 1799 erstmals als «Mörderwäldli» belegt, was auf das mörderische Gefecht bei Sankt Jost hinweisen könnte.


Bild: Der 1953 aufgestellte «Franzosenstein» am Oberägerer Jostrain erinnert an die Abwehrkämpfe von 1798 gegen die einmarschierenden Franzosen, bei denen drei Ägerer starben.


 

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