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Die letzte Pestepidemie im Ägerital

1628 - 1629

Seit dem grossen Pestzug von 1348/50 wurde Europa immer wieder von derartigen Epidemien getroffe, das Ägerital letztmals 1628/29.

Dem ersten kurzen Ausbruch im Dezember 1628 folgte im Juli 1629 die grosse Katastrophe. Innert weniger Monate starben weit mehr als 400 Personen - grob geschätzt jeder dritte Ägerer, jede dritte Ägererin.

Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen können wir nur erahnen: Die existentielle Gefährdung prägte das Lebensgefühl. Die Ansteckungsangst zerschnitt soziale Bindungen. Höfe verwaisten. Arbeiten wurden nicht mehr ausgeführt, Vermögen umgeschichtet, Erwerbsstellen und Ämter frei. Kinder verloren ihre Eltern. Ganze Familien wurden ausgelöscht. Ehen wurden zerstört - und damit neue Beziehungsmöglichkeiten geschaffen. Nun konnten nämlich solche Personen heiraten, denen dies in normalen Zeiten noch oder überhaupt nicht möglich gewesen wäre. Dies zeigte sich schon im Februar 1630, als an zwei Sonntagen 15 Paare heirateten. Entsprechend stiegen die Geburtenzahlen rasch an.

Diese Reaktionen auf die elementare Bedrohung führten rasch zum Ersatz der Bevölkerungsverluste.


Bild: Skizze eines 1619 erschienenen Kometen in der Chronik des Ägerer Pfarrers Jakob Billeter (1630-1712). Die Erscheinung wurde als Vorzeichen von "Hunger, Theurung, Krieg unnd Pestilentz, unnd villerley Betrüebtnußen in gantz Europa" interpretiert.


 

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