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Die erste Postkutsche fährt ins Ägerital

1852

Etwa anderthalb Stunden hatte ein Oberägerer um 1850 vor sich, wenn er den Wochenmarkt in der Stadt Zug besuchen wollte. Öffentliche Verkehrsmittel gab es nicht, private nur wenige. Bloss 29 Fuhrwerke, davon sieben mit Pferdezug, standen 1847 in Oberägeri zur Verfügung. Wer kein Lasttier besass, musste seine Waren selber tragen. Der persönliche Radius war zwangsläufig beschränkt, der Lebenskreis lokal.

Um die Mitte des 19. Jahrhunderts änderten sich die Verkehrsverhältnisse radikal. Innert weniger Jahrzehnte überzogen Eisenbahnen das Land mit einem dichten Schienennetz. Postkutschen ergänzten das Netz und erschlossen bisher abgeschiedene Gebiete wie das Ägerital, das seit 1852 von einem Fahrpostkurs von Zug nach Sattel bedient wurde. Von Oberägeri bis in die Stadt, wo weitere Postkutschen die Verbindung nach Zürich und Luzern herstellten, brauchte der Kutscher etwa 90 Minuten.

Seit 1864 konnte man dank der Bahn weitere anderthalb Stunden später bereits in Zürich sein, das damit in den Radius einer bequemen Tagesreise kam, die sich allerdings nur wenige leisten konnten.

Die Kapazität der Postkutsche war klein, da in den ersten Jahren bloss ein einziger einspänniger Kurs mit vier regulären Plätzen fuhr. Seit 1868 gab es zwei, ab 1892 drei und ab 1900 vier Kurse pro Tag. Die Reise war unbequem, aber teuer. Ein Billett von Zug nach Oberägeri kostete 1878 1.70 Franken und damit weit mehr als der Taglohn eines Fabrikarbeiters oder einer Seidenweberin.

Ein Jahr nach der Eröffnung der Autobusbetriebes 1904 hob die Post ihre Postkutschenlinie nach Zug auf. Kurse nach Sattel wurden bis in die 1920er Jahre geführt.


Bild: Postkutsche vor dem Postbüro in Oberägeri, Anfang 20. Jahrhundert.


 

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