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Henry Van de Velde: Der Maler und Architekt

1863 - 1957

1948 zog sich der gebürtige Belgier Henry Van de Velde (1863–1957) im Alter von 85 Jahren nach Oberägeri zurück, um dort über sein wechselhaftes Leben Rechenschaft abzulegen und seine Memoiren zu schreiben. Wirklich zur Ruhe kam er aber nicht, da er aus aller Welt Besuch erhielt. Architekten, Bildhauer, Maler und Designer wollten jenem Mann begegnen, der in ihren Metiers wegweisende Leistungen vollbracht hatte.

Van de Velde begann seine künstlerische Karriere als Maler, wandte sich dann aber vermehrt der Architektur und dem Kunstgewerbe zu, prägte in der Wende zum 20. Jahrhundert den avantgardistischen Stil der Art Nouveau, die im deutschen Sprachraum den Namen „Jugendstil“ erhielt, gründete in Weimar die erste Kunstgewerbeschule der Welt, aus der später das berühmte „Bauhaus“ wurde, verlor im Ersten Weltkrieg sein Vermögen, erwarb sich in der Zwischenkriegszeit in Belgien neuen Ruhm als Architekt und flüchtete nach dem Zweiten Weltkrieg in die Schweiz, da er in seiner Heimat als Kollaborateur verfemt wurde.

Hier fand er in einem Bungalow im Holderbach zwischen Oberägeri und Unterägeri eine Bleibe. Das Haus war ein Werk seines Freundes, des Architekten Alfred Roth, der es 1939 für die Ärztin Marie Meierhofer gebaut hatte, die später als Kinderpsychologin international berühmt werden sollte. In diesem Haus, einem frühen und markanten Beispiel des schnörkellosen Neuen Bauens im Kanton, verlebte Van de Velde seine letzten Lebensjahre und arbeitete an seinen Lebenserinnerungen. 1957 verliess er das Haus und zog in einen nahen Neubau, den Alfred Roth in Zusammenarbeit mit ihm geplant hatte. Wenige Monate danach starb Van de Velde im hohen Alter von 94 Jahren.


Bild: Marie Meierhofer und Henry Van de Velde


 

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