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Anna Ithen: Volkskunde im Ägerital

1858 - 1924

Am 17. März 1925 versteigerte die Erbteilungskommission Oberägeri einen kostbaren Nachlass, bestehend aus zahlreichen auch antiken Möbeln, Schmuck und Kunstgegenständen, Geschirr sowie einem "Bücherregal mit medizinischen und historischen Werken, Manuskripten etc."

Es war die Hinterlassenschaft einer Frau, die im Dorf als "Gerber Itens Anneli", in Fachkreisen aber als Fräulein Anna Ithen (1858–1925), Autorin mehrerer wichtiger Aufsätze zur zugerischen Volkskunde, bekannt war. Sie gehörte 1897 wie ihr Vater Alois, Gerber, zu den ersten Mitgliedern der neu gegründeten Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde. Schon in der ersten Nummer der Vereinszeitschrift referierte sie ausführlich und präzise über "Volkstümliches aus dem Kanton Zug", schilderte Bräuche und Kinderspiele, beschrieb Haus- und Siedlungsformen und entfaltete ein breites Spektrum volkskundlicher Themen.

Da der Nachlass zerstreut wurde, ist über Anna Ithen als Person – sie wich konsequent von der üblichen Schreibweise des Familiennamens ab und schrieb stets "Ithen" statt "Iten" – wenig bekannt. Auf jeden Fall war sie eine bemerkenswerte Frau, die sich durch ihre gute Bildung und ihre breiten Interessen deutlich von ihrer bäuerlich-kleingewerblichen Umgebung abhob. Zudem wohnte sie in einem besonderen Haus, im herrschaftlichen Zurlaubenhaus mitten im Dorf Oberägeri.

Anna Ithen war unververheiratet. Mit ihr starb ihr Familienzweig aus. Die Nachlassverwalter zeigten keinen Sinn für den kulturellen Wert der "alten Urkunden, Karten und Aufzeichnungen", die Anna Ithen von ihrem Grossvater, dem Dorfarzt und Lokalhistoriker Christian Iten geerbt hatte und die sie gemäss Nekrolog "sorgsam hütete und selten jemand zeigte", sondern versteigerten diese an den Meistbietenden.


Bild: Zurlaubenhaus in Oberägeri, in dem Anna Ithen wohnte (1920er/30er Jahre)


 

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