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Josef Anton Blattmann: Ein Pfarrer auf der Flucht

1761 - 1835

Eines Nachts im Jahre 1798 wurde der Oberägerer Pfarrer Josef Anton Blattmann (1761–1835) von einer Stimme geweckt, die ihm um einen Gang zu einem Sterbenden bat. Als Blattmann ans Fenster trat, um den Namen des Kranken zu erfahren, schlug eine Kugel dicht neben seinem Kopf in der Wand ein. Nun wusste Blattmann, dass es höchste Zeit war: Er trat von seinem Amt zurück und verliess fluchtartig seine Pfarrei, die er seit 1784 betreut hatte.

Damals war der aus einer führenden Oberägerer Familie stammende Jungpriester Blattmann einstimmig zum Pfarrer gewählt worden. Die Pfarrgenossen hatten eine gute Wahl getroffen, da sich Blattmann als sehr talentierter Prediger erwies. Der hoch gebildete Pfarrherr war zudem ein wacher Zeitgenosse, dessen Geist nicht durch den Horizont des abgeschiedenen Ägeritales beschränkt wurde. Er begeisterte sich wie seine beiden Brüder Ammann Johann Baptist und Franz Josef für die neuen, aufklärerischen Ideen von Freiheit und Gleichheit und wurde, als diese Ideen 1798 mit zur revolutionären Umgestaltung der Alten Eidgenossenschaft beitrugen, Anhänger der neuen Helvetischen Republik. Damit geriet der Pfarrer allerdings in einen scharfen Gegensatz zu seinem Pfarreivolk, das sich für seine althergebrachten Freiheiten wehrte und von den neuen Ideen nichts wissen wollte. Dies führte schliesslich zum Anschlag auf den Pfarrer.

Blattmann begab sich in die Ostschweiz, wo er in der kirchlichen Hierarchie aufstieg und seine Reformideen besonders im Bildungswesen besser verwirklichen konnte.


Bild: Porträt von Joseph Anton Blattmann

Josef Anton Blattmann
 

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