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Jost Ribary: der «Ländlerkönig»

1910 - 1971

Das Morgartendenkmal wurde fast 600 Jahre nach der berühmten Schlacht von 1315 eingeweiht. Seit einigen wenigen Jahren erinnert eine kleine Gedenkstätte bei der Pfarrkirche an die grosse Überschwemmungskatastrophe von 1934. Ihrem Mitbürger Jost Ribary (1910–1971) setzten die Oberägerer aber schon kurz nach dessen Tod einen Gedenkstein. Er war wohl der berühmteste Oberägerer, weitherum als «Ländlerkönig» bekannt, ein vielseitiger Klarinettist und Komponist der zeitlosen «Steiner Chilbi» von 1933 sowie zahlreicher anderer Volksmusikstücke.

Geboren wurde er 1910 als Sohn einer sehr musikalischen Bauernfamilie im abgelegenen Hof Obertann. Schon sein Grossvater Josef hatte als Geiger eine Amateurkapelle angeführt. Sein Vater Roman war Klarinettist in einer unter seinem Namen auftretenden Kapelle und 1902 Mitgründer der Harmoniemusik, jenes Ensembles, deren konfliktreiche Entstehung zur berüchtigten «Rösslischlacht» an der Fasnacht 1904 beitrug.

Auch Jost gehörte schon in jungen Jahren zu dieser Musikgesellschaft und wurde vom Dirigenten unterrichtet. Vieles erarbeitete er sich aber autodidaktisch. Eine umfassende musikalische Ausbildung konnte er nie geniessen, da er früh einem Erwerb nachzugehen hatte. Schon einen Tag nach seinem 14. Geburtstag trat er in die Spinnerei Neuägeri ein, arbeitete später als Hilfsbriefträger, als Fabrik- und Bauarbeiter und als Kleinbauer. 1933 wurde er Akkordeonstimmer im zürcherischen Bachenbülach. Daneben konnte er sein Musiktalent in vielen Auftritten und Ländler-Kompositionen – insgesamt über 800 Stücke – ausleben und sich einen Namen als einer der wichtigsten schweizerischen Volksmusiker seiner Zeit machen. 1935 veröffentlichte er die erste seiner vielen Schallplatten. Zahlreiche weitere Platten- und Radioaufnahmen folgten.

Zentrum seines musikalischen Lebens wurde die Stadt Zürich, genauer das Restaurant «Konkordia» im Niederdorf. 1942 bezog er eine Wohnung über dem Lokal, in dem er und seine Kapelle häufig aufspielten, und richtete dort eine Instrumenten-Reparaturwerkstätte ein.

In den 1950er Jahren stiessen sein Sohn und seine Tochter zur Ländlerkapelle, die im In- und Ausland grosse Erfolge hatte. 1962 kehrte Jost Ribary mit seiner Familie ins Ägerital zurück. 1971 starb er im Alter von 60 Jahren. Seine musikalischen Talente hatten sich aber auf seine Kinder und Enkel vererbt. Sein Sohn Jost und sein Enkel gleichen Namens gründeten ebenfalls Ländlerkapellen, spielen gleichfalls Klarinette und pflegen das musikalische Erbe des «Königs der Ländlermusik».


Bild: Jost Ribary (mit der Klarinette, 2. v. l.) mit seiner Ländlerkapelle im Garten des Hotels Seefeld in Unterägeri

Bild
 

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